Der urbane Garten im Hochsommer

Der urbane Garten im Hochsommer

Ach du liebes bisschen ist das heiß! Ein wettertechnisch verrückteres Jahr hätte man sich für die Landesgartenschau in Würzburg, auf deren Fläche unser urbaner Garten liegt, gar nicht aussuchen können. Erst hatten wir das kälteste Frühjahr seit rund 138 Jahren und nun bricht der Sommer alle Rekorde. So intensiv wie in diesem Jahr habe ich die Wetterkapriolen kaum zu spüren bekommen, denn so viel Zeit im Freien habe ich schon lange nicht mehr verbracht. Seit dem letzten Winter, als wir begonnen haben das Grundgerüst des Stadtgartens aufzubauen, verbringe ich sehr viel Zeit draußen. Hier könnt ihr euch den Fortschritt des Gartenprojektes nochmal ausführlich ansehen: April, Mai und Juni.

urban gardening

Heiß, heißer, Hubland
Das ist der Name des Stadtteils, in dem unser Garten beheimatet ist. Dort ist man ganz hoch oben und hat einen herrlichen Blick über Würzburg. Gleichzeitig ist das ehemalige Kasernengelände der Amerikaner aber auch eine echte Herausforderung, da es komplett ungeschützt auf einer Anhöhe liegt. Die Sonne knallt gnadenlos herunter, ohne dass ein schattenspendender Baum in der Nähe wäre. Aber in circa  15 bis 20 Jahren wird das anders sein, denn dann sind die 3.500 neu gepflanzten Bäume zu großen Schattenspendern herangewachsen. Außerdem werden dann über 2.000 neue Wohnungen fertig sein und schon lange ihre Bewohner beherbergen – ein lebendiger und hoffentlich grüner Stadtteil ist entstanden.

Garten Fräulein
Die Karotte ist zwar klein aber war sehr lecker!

Grüne Zukunftspläne
Ob es unseren Urbanen Garten dann wohl auch noch geben wird? Das ist ein Thema, das uns schon seit Projektbeginn umtreibt, denn die derzeitige Fläche wird über kurz oder lang bebaut. Aktuell sieht es aber gut für uns aus: Wir dürfen wohl solange bleiben, bis der erste Bagger anrollt. Wann genau das sein wird klären wir zur Zeit in sehr positiven Gesprächen mit dem Garten- und Baumamt. Auch wenn wir nicht ewig in unserem momentanen Garten bleiben dürfen, so werden wir dem Hubland wohl nicht so schnell den Rücken kehren. In den Ausschreibungen zum neuen Stadtteilzentrum ist eine Fläche für den urbanen Gemeinschaftsgarten fest mit vorgesehen.

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Frisch angesäte Blumenwiese am Fuße der Kräuterspirale

Es wird neu angesät
Durch die anhaltende Hitze ist in diesem Jahr vieles schon am verblühen oder sogar komplett abgeblüht, was eigentlich erst im Spätsommer der Fall wäre. Daher haben wir nun die vertrockneten Blumenwiesen platt gemacht, damit Platz für eine zweite blumige Runde ist. Dazu haben wir unterschiedliche Samenmischungen, die allesamt insektenfreundlich sind, ausgebracht. Damit die frische Saat nicht austrocknet wurden die vertrockneten Pflanzenteile locker auf die Beete aufgelegt.

 

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Urban-Gardening

Die üppigen Oleandersträucher verbreiten Urlaubsfeeling!

Oleander

In dem Balkonkasten sind nun unterschiedliche Basilikum-Sorten eingezogen.

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Für die Sukkulenten ist dieser Sommer ein Traum: Sie wachsen so schnell wie ich es vorher noch nie erlebt habe!

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Stadtbalkon

In der Mischkultur hatten wir reichlich Zwiebeln gesteckt. Diese sind nun geerntet worden und hängen zum trocknen an unserem Sonnenschirm.

Zwiebelzopf

Zwiebeln

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Schluessellochbeet

 

Sonnenblumen

Mischkultur

Mischkultur

Bald schon sind unzählige Tomaten reif – darunter auch jede Menge Raritäten!

Tomaten

Ringelblumen

Ran ans Saatgut
Nicht nur Gemüse wird nun fast täglich geerntet. Auch die Saatgut-Ernte steht hoch bei uns im Kurs. Schließlich ist fast alles was wir ausgebracht haben aus samenfesten Saatgut gezogen worden. Damit wir auch in der kommenden Saison wieder aussäen können und dadurch kaum neues Saatgut kaufen müssen, wird laufend Saatgut von Blumen, Kräutern, Salate usw. gewonnen. Unsere Holzhütte wurde kurzerhand in einen Saatgut-Speicher verwandelt, wo auf alten Zeitungen alles ausgebreitet zum trocknen und weiterverarbeiten bereit liegt.

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Blütenstände von Dill und Jungfer im Grünen.

Saatgut
Erdnuss-Rucola: Der schmeckt nicht so scharf wie der normale Rucola.

Eine lehmige Angelegenheit
Schon lange steht das Fundament für unseren Lehmofen bereit, doch bis er nun wirklich gebaut wurde hat es doch ein wenig gedauert. In der Zwischenzeit haben die Besucher einfach kleine Steintürme auf dem freien Platz geschichtet – ziemlich witzig!
Zuerstmal mussten wir Lehm organisieren. Diesen durften wir uns von einem Bauern aus der Umgebung abholen. Gemischt mit Stroh ist an einem Samstag dann der Ofen gebaut worden. Die Zuschauer hatten ihren Spaß und wir auch – einige von uns haben sich nämlich in kleine schlammige Lehm-Monster verwandelt ?Falls ihr mehr Bilder davon sehen wollt, dann schaut doch mal auf unserer Facebook-Seite vorbei.

Lehmofen-DIY

Lehmofen

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Die Zwiebelblüten sind sehr beliebt bei Bienen und Hummeln.

Abends kommen unzählige Bienen zum Teich um daraus zu trinken.

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